Ärger über Kahlschlag am Blutenburg-Weiher – Pläne für attraktiveren Fahrrad-Stellplatz
Schock am Schlossweiher

(Hallo-Ursula Löschau vom 21.10.2016) Von den Weiden und anderen Sträuchern am Blutenburg-Weiher ist kaum etwas übrig. „Das hätte nicht sein müssen“, sagt Andreas Ellmaier vom Verein der Freunde Schloss Blutenburg. Wie die Bayerische Schlösserverwaltung die Abholzaktion erklärt und welche Baumschnittarbeiten noch geplant sind, lesen Sie hier.

Spaziergänger am Blutenburg-Weiher trauen ihren Augen kaum: Wo vorher Weiden und andere kleine Büsche und Bäumchen das Ufer säumten, sind nur noch blanke Stümpfe zu sehen. Andreas Ellmaier, Vorsitzender des Vereins der Freunde Schloss Blutenburg, ärgert sich über die Abholzaktion. „Das hätte nicht sein müssen, dass ausgerechnet die Palmkatzerl entfernt werden“, sagt er. 

Verantwortlich für die Maßnahme ist die Bayerische Schlösserverwaltung. Deren Sprecherin Cordula Mauß erklärt: „Bei den Grünpflegemaßnahmen handelt es sich um Arbeiten, die der Gartendenkmalpflege, dem Schutz des Bauwerks und der Aufwertung des Außenbereichs der Blutenburg dienen.“ Am Weiher seien im Lauf der Zeit verschiedene Gehölze wie Hart­riegel, Weiden, Erlen, Eschen und Spitzahorn aufgegangen. „An einigen Stellen wird dieser ‚Wildwuchs‘ mit der Zeit zu einem technischen und/oder denkmalpflegerischen Problem“, sagt Mauß. Insbesondere bei Gehölzen, die direkt in die Uferbefestigung einwachsen, seien unter anderem Schäden an der Mauerkrone zu befürchten. 


Und damit nicht genug: Die Schlösserverwaltung plant in den nächsten Tagen „entlang des Schlosskomplexes“ noch weitere Baumschnittarbeiten. Mauß kündigt an: „Die großen Sträucher werden in der Höhe beschnitten und verjüngt. Weiterhin werden die wild aufgegangenen Jungbäume, insbesondere Spitzahorn und Esche, aus den Gehölzflächen entfernt.“

Rigoros auslichten wollen die Gärtner vor allem den Bereich rund um den Fahrradstellplatz am Schlosseingang. Diese Maßnahme ist, anders als der Kahlschlag am Weiher, mit den Blutenburg-Freunden abgestimmt. „Darauf freuen wir uns“, sagt der Vereinschef. Sein Verein spendiert zusätzlich eine Lampe und hofft, dass die Anlage künftig wesentlich besser angenommen wird als in den vergangenen Jahren.
Die Freude über die Aufwertung des Radlparkplatzes kann die Trauer über den Verlust der Weiden allerdings nicht ganz wettmachen. „Wir hoffen, dass die Palmbuschen im nächsten Frühjahr wieder aufgehen, damit sich die Obermenzinger daran erfreuen können“, sagt Ellmaier. „Sie waren doch seit Jahrzehnten Boten des beginnenden Frühlings.“ ul